Genetische Variation

Allelenfrequenz

Die Allelenfrequenz beschreibt die relative Häufigkeit eines bestimmten Allels (genvariante) in einer Population und gibt an, wie oft ein bestimmtes Allel am Genpool einer Population vorkommt. Sie wird berechnet, indem die Anzahl der Kopien des interessierenden Allels durch die Gesamtanzahl aller Kopien des Allels an diesem Genort innerhalb der Population geteilt wird.

In einer Population mit 1000 Individuen und zwei Allelen (A und a) ergibt sich insgesamt 2000 Allelen, falls wir von diploiden Individuen ausgehen, da sie von jedem Gen zwei Allelen besitzen. Kommen nun das Allel A 1200-mal und das Allel a 800-mal vor, dann gilt:

  • Allelenfrequenz für A: f(A) = 1200 / 2000 = 0,6

  • Allelenfrequenz für a: f(a) =  800 / 2000 = 0,4

Allelfrequenzen aller Allele eines Genorts ergeben zusammen stets 1 (in unserem o. g. Beispiel gilt 0,6 + 0,4 = 1).

Hier eine Frage aus unserem umfangreichen Fragenkatalog mit über 1000 kostenlosen Fragen :

Frage: 660 (Thema: Evolution) ➔ In einer Population von diploiden Erbsenpflanzen besitzen 814 Individuen blaue Blütenfarbe (homozygot rezessiv) und 192 Individuen gelbe Blütenfarbe. Welche Aussage ist bezüglich der Allelenfrequenz f für gelbe Blütenfarbe (A) und blaue Blütenfarbe (a) korrekt?

    a) f(A) = 0,1 und f(a) = 0,9
    b) f(A) = 0,9 und f(a) = 0,1
    c) f(A) = 0,81 und f(a) = 0,19
    d) f(A) = 0,19 und f(a) = 0,81
    Antwort) Die Häufigkeit der homozygoten Individuen (blau) in der Population beträgt 814:(814+192) = 0,81 (oder auch 81%). Es ist zu beachten, dass bei homozygoten Individuen das Allel für blaue Blütenfarbe a jeweils zweimal vorhanden ist (da diploid). Somit ist die Allelenfrequenz f(a) = Wurzel aus 0,81, also f(a) = 0,9. Die Allelenfrequenz vom dominanten Allel beträgt dann 1-f(a) = 1-0,9 = 0,1.

Ideale und Reale Populationen und die Evolution

Wenn sich die Allelenfrequenzen in einer Population verändern, so spricht man von einer realen Population. Prozesse, die dazu führen, dass sich in einer Population die Allelenfrequenzen verschieben, bezeichnet man als Evolutionsmechanismen (z. B. Mutation oder Selektion). Verändern sich in einer Population die Allelenfrequenzen nicht, so spricht man von einer idealen Population. Diese erfährt keine Evolution.

Test zum Thema Allelenfrequenzen und Hardy-Weinberg-Gesetze